17. Parlamentarisches Gespräch der Erziehungshilfefachverbände: Ein inklusives SGB VIII verwirklichen – Rechte und Bedarfe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in den Mittelpunkt stellen (29.05.2026)

(Foto: AFET e.V.)
Zum 17. Mal luden die Erziehungshilfefachverbände AFET, BVkE, EREV und IGfH zu ihrem gemeinsamen Parlamentarischen Gespräch ein. Am 22. Mai 2026 kamen Verbandsvertreterinnen und -vertreter sowie parlamentarische Gäste im Paul-Löbe-Haus in Berlin zusammen, um über die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen der SGB VIII-Reform zu diskutieren.
Nach der Begrüßung durch Schirmherr Truels Reichardt (SPD) führte Claudia Langholz, AFET-Vorsitzende in die Thematik ein. Die Vorbereitung des diesjährigen Gesprächs lag in der Zuständigkeit des AFET. Im Mittelpunkt standen der aktuelle Gesetzentwurf, die Spardiskussionen sowie die gemeinsame Positionierung der Verbände. Langholz betonte Inklusion als zentralen Leitgedanken der SGB VIII-Reform und plädierte dafür, die fachliche Diskussion nicht von den Debatten über Sparmaßnahmen überlagern zu lassen.
Im zweiten thematischen Block beleuchtete Yvonne Fritz (BVkE - Vorstand) die geplante Vorrangregelung von Infrastrukturangeboten gegenüber Einzelfallhilfen. Sie bezog sich auf den Referentenentwurf des KJHSRG und verdeutlichte die Position der Erziehungshilfefachverbände, die einen grundsätzlichen Vorrang von Infrastrukturangeboten ablehnen. Ergänzend wies sie auf die Ausgestaltung der Hilfen zur Erziehung gemäß §§ 27 ff. SGB VIII hin.
Prof. Dr. Nicole Knuth (IGfH - Vorstand) widmete sich dem dritten Thema: der Gestaltung gelingender Übergänge, insbesondere für unbegleitete minderjährige Geflüchtete sowie junge Volljährige. Sie ergänzte das Thema um die Stärkung von Selbstvertretungen und die Rolle von Ombudsstellen.
Den Abschluss gestaltete Carola Hahne (EREV - Vorsitzende) mit einem Schwerpunkt auf dem Zusammenwirken von öffentlichen und freien Trägern. Sie thematisierte kommunale Steuerung, die Stärkung der Jugendhilfeplanung sowie das Subsidiaritätsprinzip.
Die Erziehungshilfefachverbände AFET, BVkE, EREV und IGfH bekräftigten ihren gemeinsamen Willen, den begonnenen Dialog fortzuführen und im engen Austausch mit den parlamentarischen Akteur*innen zu bleiben. Sie werden die laufende Reform des Kinder- und Jugendhilferechts auch künftig konstruktiv begleiten, mit fachlichem Sachverstand, klaren Positionen und dem Ziel, die Rechte und Bedarfe von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien in den Mittelpunkt der gesetzlichen Weiterentwicklung zu stellen.