Aktuelle Themen

Archiv-Fachbeiratssitzungen-2009-2014

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2010
Dezember 2009

 

AFET-Fachbeiratssitzung September 2015 in Würzburg
Fachbeirat zu Gast im Therapeutischen Heim St. Joseph im SKF Würzburg

Die Fachbeiratssitzung fand auf Einladung des Therapeutischen Heims St. Joseph im SKF in Würzburg statt. Schwerpunktmäßig wurde die aktuelle Situation in Bezug auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge diskutiert sowie die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

  • Kooperation von Kinder- und Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Kooperation wurde im Zusammenhang mit den sogenannten „Schwierigen“ betrachtet. Der AFET hatte dazu gemeinsam mit Bethel im Norden eine Tagung ausgerichtet. Beide Systeme sind nach Einschätzung der Hauptreferenten nicht gut genug aufgestellt, um diesen jungen Menschen adäquate Unterstützung zu gewähren (Einzelheiten zur Tagung: Dialog Erziehungshilfe 3-2015).

In der Diskussion ging es insbesondere um:

  • Machtfragen (z.T. fehlende Augenhöhe; die Dominanz der Ärzte (insb. der niedergelassenen) bei der Diagnose;
  • Abgrenzungsproblematik/“Verschiebebahnhöfe“; Wer für was zuständig?
  • Die Abrechnungsproblematik in Kliniken durch den Druck der Krankenkassen etwa in Bezug auf Gespräche mit der Jugendhilfe
  • Die veränderten Ausbildungsbedingungen der Kinder- und Jugendpsychiater, die zunehmend weniger sozialpsychologisch ausgerichtet ist.
  • Thematisiert wurde auch die Frage, wie das Elternhaus besser gestützt werden kann;
  • Es wurde auf fehlende Angebote für nicht gruppenfähige junge Menschen hingewiesen; in diesem Kontext wurde eingefordert, dass den Systemen auch Optionen zu unkonventionellen Angeboten und einem Agieren in Grenzbereichen eingeräumt werden müssten (Probleme dabei u.a. Gewährleistungspflicht; Öffentlicher Druck).
  • Hingewiesen wurde auch auf die entlastende Funktion für Betroffene wie Eltern, wenn ein problematisches Verhaltens als Krankheit eingestuft wird.
  • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Es wurde auf die wesentlichen Themen der Anhörung im BFMSFJ zur bundesweiten Verteilung eingegangen:

  • Kindeswohl / Kindeswohlgefährdungsausschluss
  • Vormundsbestellung
  • Verteilung an alle Jugendämter vs. „geeignete“ Jugendämter
  • Alterseinschätzung
  • Zuständigkeitsregelungen

Dabei wurden unterschiedlichen Interessen und Einschätzungen der zur Anhörung erschienen Verbände und Organisationen etwa in Bezug auf die Frage nach „geeigneten“ Jugendämter, in Bezug auf die Verfahrensgeschwindigkeit oder in Bezug auf Partizipation der jungen UMF darstellt und erläutert sowie in einer kurzen Synopse vorgetragen, welche Aspekte letztlich in den veränderten Gesetzentwurf eingeflossen sind.

In der Diskussion wurden u.a. folgende Aspekte genannt:

  • Standards werden vielerorts nicht mehr eingehalten. Es gilt nach der akuten Notsituation, dauerhafte Standardsenkungen zu verhindern. Es dürfe auch kein 2- Klassen-System mit gesenkten Standards für UMF entstehen bzw. längerfristig bestehen bleiben.
  • Aktuell lassen sich in manchen Städten nur mit Hilfe vieler Überstunden und dem Einsatz vieler Freiwilliger sowie guter Vernetzung die Zuzüge noch bewältigen.
  • Die UMF seinen überwiegend kein klassisches Klientel der Kinder- und Jugendhilfe, weshalb vor allem Verselbständigungskonzepte notwendig sind etwa in Form von Jugendberufshilfe als Sozialisationsinstanz, Volljährigenpädagogik…
  • Es wurde andiskutiert, ob eine Unterbringung in monoethischen, multiethischen oder gemischten Gruppen prinzipiell sinnvoller ist. Aktuell stellt sich die Frage jedoch wegen des Andrangs kaum. Ein Teilnehmer berichtet, dass aufgrund gesundheitlicher Bedenken grundsätzlich nur noch getrennt untergebracht wird.
  • Zukünftig ist vor allem Wohnraum gefragt. Es bestehe aktuell mancherorts erheblicher Bedarf.
  • Vormünder seinen schwer zu finden, die Begrenzung auf 50 zu betreuende Jugendliche werden teilweise nicht eingehalten und zudem sei eine Qualifizierung unbedingt notwendig.
  • Es werden Abweichungen vom Fachkräftegebot festgestellt, was teilweise als durchaus belebende Veränderung, teilweise als nicht akzeptabel eingeschätzt wird.
  • Konzeptionell sollte auch in Richtung Pflegefamilien für UMF stärker nachgedacht werden. Es zeichnen sich bereits bundesweit größere Veränderungen in dieser Hinsicht ab. Zudem seinen ambulante Betreuungskonzepte unbedingt notwendig, um nach der Inobhutnahme oder HzE-Unterbringung weitere Unterstützung anbieten zu können. Ist eine Beratung auch durch die Erziehungsberatungsstellen denkbar?
  • Grundsätzlich wurde im Zusammenhang mit Flucht die problematische Lage der Kinder und Jugendlichen in Sammelunterkünften angesprochen. Dort bedarf es dringend einer Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe.
  • Ein weiterer Aspekt, den es zu beachten gelte, ist der, dass der starke Zuzug von UMF und die große Anzahl an UMF in den Einrichtungen, den Alltag in den Einrichtungen verändert und die Gefahr besteht, dass die Kinder- und Jugendhilfe die anderen Kinder und Jugendlichen weniger im Auge hat bzw. diese in den Einrichtungen keinen Platz mehr finden. 

 

AFET-Fachbeiratssitzung  März 2015 in Frankfurt

  • Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Erneut befasste sich der Fachbeirat mit der Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, diesmal mit dem Schwerpunkt der geplanten bundesweiten Verteilung gemäß dem Königsteiner Schlüssel. Die Einwände von Verbänden und Initiativen, die in der Mehrzahl eine Verteilung von Geldern statt von Jugendlichen fordern, erscheinen den betroffenen Städten, den Ländern und dem BMFSFJ nicht mehr zielführend, da es eine Frage der Kapazitäten von Räumlichkeiten und Fachkräften sowie fehlenden Anschlussunterbringungsoptionen sei und nicht eine Frage des Geldes. Bei einer Verteilung soll das Kindeswohl im Mittelpunkt stehen. Dies wird vom Ministerium zugesichert; die Aufgabe der Verbände ist es, Vorschläge zu unterbreiten wie dies am besten zu gewährleisten ist und kritisch zu beobachten, ob die Gewährleistung des Kindeswohls tatsächlich handlungsleitend ist.

Einhellig fordert der Fachbeirat dazu auf, alle Optionen einer Unterbringung, die das Jugendhilfesystem vorhält, auch für junge Flüchtlinge ins Auge zu fassen, auf angemessene Standards zu achten und das Kindeswohl als zentralen Maßstab bei der Verteilung zu sehen. Auch sei es notwendig, dass der § 41 für viele UMF als wichtige Option großzügig angewandt wird. Zudem dürfe bei einer Verteilung das Wunsch- und Wahlrecht nicht außer Acht gelassen werden und eine Unterbringung in Orten, in denen keine Willkommenskultur bestehe, sei zu vermeiden. Wichtig sei auch, dass die medizinische Versorgung gewährleistet ist und traumapädagogische Angebote erreichbar sind. Die Bildung von Schwerpunktzentren für die Aufnahme von UMF wird mehrheitlich als vorteilhaft angesehen. Dennoch kann es sinnvoll sein, auch anderweitig zu verteilen, etwa wenn der Jugendliche das wünscht oder die Städte/Landkreise gute Voraussetzungen mitbringen. Eine ungeprüfte Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel wird von den FBR-Mitgliedern abgelehnt.

Unabhängig vom Verteilverfahren wird zum Thema UMF eingebracht, dass ein Aspekt bislang insgesamt wenig Beachtung gefunden hat, nämlich der, dass eine relativ große Anzahl an UMF nicht in den Einrichtungen bleibt und ihr Aufenthaltsort unbekannt ist. Dies ist insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Gefährdung durch Kindesentführung/Kindesmissbrauch/Menschenhandel problematisch. Man weiß nicht, wo diese jungen Menschen verbleiben. Sich mit der Erklärung, die Kinder seien in ein anderes europäisches Land weitergereist, dürfe man sich nicht so schnell zufrieden geben.

Ein weiterer Aspekt, den es zu beachten gelte, ist der, dass der starke Zuzug von UMF und die große Anzahl an UMF in den Einrichtungen, den Alltag in den Einrichtungen verändert und die Gefahr besteht, dass die Kinder- und Jugendhilfe die anderen Kinder und Jugendlichen weniger im Auge hat bzw. diese in den Einrichtungen keinen Platz mehr finden.

  • Social Media als Herausforderung für die Praxis

Der Fachbeirat ist sich einig, dass die Social Medianutzung für Jugendliche von zentraler Bedeutung für ihre Sozialisation und den Lebensalltag ist (s. auch 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung). Deshalb sollte diesem Bereich eine besondere Bedeutung zumessen soll, indem Fachkräfte/Einrichtungen/Jugendliche zu einer fachlich-pädagogisch-rechtlichen Auseinandersetzung angeregt werden. Dazu könnten Social-Media-Guidelines hilfreich sein. Sie würden zudem zu mehr (Rechts)Sicherheit und Orientierung beiragen. Bislang ist in diesem Feld in den Einrichtungen wenig vorhanden. Andererseits wurde eingewandt, dies sei weniger eine Aufgabe des AFET, sondern eher für die Einrichtungen vor Ort. Zudem seien Social Media Guidelines zu sehr reglementierend und berücksichtigen die positiven Aspekte sozialer Medien nicht. Einig waren sich alle Fachbeiratsmitglieder darin, dass es nicht um die Frage gehen kann, ob Kindern/Jugendlichen der Zugang zu Social Media und Internet gewährt werden muss. Dies ist -so die einhellige Meinung- eindeutig ein Grundrecht. Ebenso einig war der Fachbeirat sich darin, dass eine medienpädagogische Fachdiskussion sowohl von den Einrichtungen, Jugendämtern und Verbänden als auch vom AFET geführt werden muss. Dies kann z.B. durch das Angebot weiter Fachveranstaltungen oder durch Stellungnahmen geschehen.


AFET-Fachbeiratssitzung September 2014
Fachbeirat zu Gast beim Sozialdienst kath. Frauen

Die Bundesgeschäftsführerin Frau Jachmann-Willmer begrüßte die Fachbeiratsmitglieder und betonte in Ihrer kurzen Rede insbesondere das Spezifikum des AFET, nämlich die Verbindung von öffentlichen und freien Trägern in einem Verband, wodurch es möglich werde, den dialogischen Prozess von freien und öffentlichen Träger zu initiieren, zu begleiten und positiv zu gestalten. Es sei von zentraler Bedeutung für die Arbeit in den Kinder- und Jugendhilfe, dass diese Kooperation gelinge. Für diese Aufgabe, mit den verschiedenen damit verbundenen Einzelaspekten und Themenfeldern, wünscht sie dem AFET und dem Fachbeirat gutes Gelingen.

Folgende Themen standen im Fokus der Septembersitzung:

  • Ambulante Vereinbarungen

Der AFET hatte im letzten Jahr seine Mitglieder gebeten, dem Verband Vereinbarungen ambulanter Erziehungshilfen zuzusenden, damit ein erster Überblick darüber gewonnen werden kann, welche Vereinbarungen „in der Republik“ abgeschlossen werden und welche Qualität diese aufweisen. Die Vereinbarungen sollten auf ihre Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede und auf Spezifika hin untersucht werden.
Die Auswertung ergibt einen interessanten Einblick in die Vielfalt der Praxis und die stark unterschiedliche Vereinbarungspraxis sowie die stark differierende Qualität. Die AFET-Referentin Frau Block stellt die ersten Auswertungsergebnisse, die auch bereits auf dem DJHT präsentiert wurden, vor.

  • Schiedsstellen

Beim  15. Schiedsstellentreffen im September 2014 fand ein Fachgespräch zum Thema „Weiterentwicklung der Schiedsstellen nach § 78g SGB VIII“ mit den Schiedsstellenvorsitzenden, Stellvertretungen und Geschäftsstellenleitungen sowie externen Fachleuten statt. Es ging u.a. um den Vorschlag der Vorsitzenden zur Novellierung des SGB VIII in Bezug auf die Qualitätsentwicklungsvereinbarungen.

  • Weiterentwicklung der HzE

Die Ergebnisse der Expertise des Deutschen Institutes für Jugendhilfe und Familienrecht zur „Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung. Rechtliche Analyse zu Angebotsstrukturen nach SGB VIII und den Möglichkeiten ihrer Finanzierung“ wird von der Geschäftsführerin Frau Decarli vorgestellt und erläutert. Das Gutachten zeigt insbesondere rechtliche Möglichkeiten und Grenzen von sozialräumlichen Ansätzen auf.

Beim anschließenden fachlichen Austausch wird u.a. gefragt, ob es denn die HzE sein müsse, die „den Hut im Sozialraum aufhabe“. Dies wäre besser etwa bei Quartiersmanagern aufgehoben. Des Weiteren wurden Standardabsenkungen im Sozialraum ausgemacht, etwa in dem kurz geschulte Familiencoaches eingesetzt werden, was zu einer Reduzierung auch von sinnvollen und notwendigen HzE führe.

Mediatisierung in der Kinder- und Jugendhilfe

Der AFET hat sich verschiedentlich mit den Fragen im Zusammenhang mit neuen Medien in der Kinder- und Jugendhilfe/Erziehungshilfe befasst. Zuletzt richtete der AFET eine Tagung für Fachkräfte aus. Den dort präsentierten Vortrag stellt der AFET-Referent Herr Gravelmann den Fachbeiratsmitgliedern in gekürzter Fassung vor.

  • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Ein Schwerpunktthema im FBR ist erneut die Zunahme der von der Kinder- und Jugendhilfe zu betreuenden Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge.

Als höchst problematisch wurde von den Fachbeiratsmitgliedern die Situation in München und Hamburg geschildet. Aber auch andernorts (etwa in Freiburg) wird auf zunehmende Probleme verwiesen. Mittlerweile könnten in einigen Städten die gesetzten Jugendhilfestandards nicht mehr eingehalten werden. Unterbringungen in Notunterkünften, Zelten oder Turnhallen nehmen zu. Zugleich werden die Inobhutnahmestellen überwiegend von UMF beansprucht. Dies zeigt sich auch in der Statistik des AKJstat, wonach von 7% Steigerung der Inobhutnahmezahlen 6 % auf UMF zurückgehen.

Die ganz überwiegende Zahl der UMF ist um eine Integration bemüht, die aber durch die verschärften Bedingungen immer schwieriger werde. Ein großes zusätzliches Problem sind die z.T. sehr begrenzten Weitervermittlungsmöglichkeiten der in der Kinder- und Jugendhilfe Untergebrachten in Anschlusshilfen oder Wohnungen. Daraus resultiert auch, dass in Einrichtungen der Jugendhilfe in manchen Städten vorwiegend UMF untergebracht sind, was wiederum Auswirkungen auf die Unterbringung anderer bedürftiger Kinder- und Jugendlicher sowie die konzeptionellen Ausrichtungen der Einrichtungen zur Folgen hat.

Auch auf die stark steigenden Kosten und die Belastungen der Fachkräfte in den Ämtern und Einrichtungen wird hingewiesen.

Zu den jeweiligen Tagesordnungspunkten brachten sich die Fachbeiratsmitglieder mit Ihren Kenntnissen, Erfahrungen, Meinungen und Ideen produktiv ein.


 

AFET-Fachbeiratssitzung März 2014

Fachbeirat zu Gast bei der Region Hannover

Die Fachbeiratssitzung am 27./28.3.2014 fand beim AFET-Neumitglied „Region Hannover“ statt.

Nach der Darstellung und Diskussion der AFET-Aktivitäten begrüßte Erwin Jordan, der Dezernent für soziale Infrastruktur der Region Hannover, die FBR-Mitglieder und leitete mit einem fachlichen Input ein.

Die Umstrukturierung der Erziehungsberatungsstellen angesichts veränderter Anforderungen stand ebenso auf der Agenda, wie die Problematik jugendlicher Arbeitsloser, Überlegungen zur Rückkehroption in die Herkunftsfamilien und die Personalbemessungsfrage in den Jugendämtern der Region und Niedersachsens. Zudem sprach Herr Jordan die Schuleingangsuntersuchungen an, die eindeutig belegten, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Sprachproblemen und sozialer Herkunft besteht, der Migrationshintergrund hingegen nicht entscheidend ist.

Im Anschluss stellte sich die Werk-statt-Schule Hannover (www.werk-statt-schule.de) mit ihrem Konzept vor. Anlass für die Einladung waren die AFET-Diskussionen zum Themenfeld Schule in Verbindung mit der Kinder- und Jugendhilfe.

Bei der Werk-statt-Schule ist der Name Programm. Über einen handwerklich ausgerichteten Ansatz in Verbindung sinnvollen sollen den Jugendlichen Erfolgserlebnisse ermöglichen werden. Beim Produktionsprozess kommen auch theoretische Inhalte zum Tragen. Durch die enge Verknüpfung soll der Sinn des „Schulstoffes“ offensichtlich werden. Lernen am Erfolg.

Als positiv wirkende Komponenten ihres Ansatzes stellten sie heraus:

  • Motivierte Lehrkräfte, die einen Zugang zum Klientel haben. Die Betreuung sollte möglichst kontinuierlich sein. Es wird zudem angestrebt, dass möglichst eine männliche und eine weibliche Fachkraft im Team zusammenarbeiten.  

  • Erfolge ermöglichen in neuen Lernfeldern mit denen die Jugendlichen keine negativen Vorerfahrungen verbinden.

  • Neue Lernfelder (auch in Auslandsprojekten) stärken die Kompetenzen und das Selbstvertrauen.

  • Lernen in gemischten Gruppen fördert alle Beteiligten.

  • Learing by doing ist zentral (etwa Mathematik bei Malerarbeiten oder Bücherklappentexte abschreiben, bevor das Produkt zum Kauf ins Internet gestellt wird u.ä.m.)

  • Der Ernstcharakter der Produktion ist bedeutsam (Kundenkontakt, pos. wie negative Rückmeldungen, zeitlicher Druck)

  • Das erstellte Produkt (z.B. neue Arbeitsräume, Essenszubereitung für eine betriebseigene Kita oder die Nachbarschaft) muss „sinnhaft“ sein.

    Am Folgetag wurde die AFET-Stellungnahme zur Anhörung der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden – AGJF am 10.12.2013 Weiterentwicklung und Steuerung der HzE intensiver diskutiert. Die FBR-Mitglieder bewerteten diese dabei sehr positiv.

    In den Berichten der FBR-Mitglieder aus ihren Regionen kamen vor allem folgende Themenfelder zur Sprache:

  • Rahmenvertragsverhandlungen und die damit zusammenhängenden Probleme u.a. im Verhältnis öffentlicher und freier Träger.

  • Die Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, bei der insgesamt deutliche Fortschritte festgestellt werden. Hauptproblem bleibt aber weiterhin die zu lange Aufenthaltsdauer in den Erstaufnahmeeinrichtungen, weil Anschlussangebote fehlen. Zudem wird das Gerichtsurteil beklagt, das die Bestellung von Ergänzungspflegern zur Wahrnehmung rechtlicher Angelegenheiten, nicht für geboten hält.

  • Der aktuelle Stand der Fonds Heimerziehung (Finanzen, Inanspruchnahme..).

    Verabredet wurde, bei der nächsten Sitzung die Sozialraumdebatte aufzugreifen.

 


AFET-Fachbeiratssitzung September 2013

In der Septembersitzung 2013 stand vor allem die Debatte um die Vorfälle in der Haasenburg GmbH und die sich daraus ergebenen Konsequenzen sowie die Fachkräftesituation in den HzE/der Kinder- und Jugendhilfe auf der Tagesordnung.  

Der AFET hatte nach Bekanntwerden der schweren Vorwürfe gegen die Haasenburg GmbH einen Brief an das Brandenburgische Landesjugendamt verfasst und um Klärung gebeten. Eine erste Reaktion ist noch am selben Tag erfolgt. Das LJA sah zum damaligen Zeitpunkt keine neuen Hinweise, sagte jedoch zu, allen Anschuldigungen nachzugehen. (Nach der FBR-Sitzung, am 30.10.2013, wurde der Untersuchungsbericht vorgelegt. Eilanträge der Haasenburg auf Erlaubnis die Einrichtungen bis zum endgültigen Gerichtsurteil weiter betreiben zu können, wurden abgelehnt (16.05.2014) – Beide Informationen finden sich auf der AFET-Homepage).

Nach einer kurzen Schilderung der erhobenen Vorwürfe gegen den Träger Haasenburg GmbH in Brandenburg und die Reaktionen von Aufsichtsbehörde, Justiz, Politik und der Einrichtung, diskutiert der Fachbeirat wie der Umgang mit den sog. „Schwierigsten“ erfolgreich gestaltet werden kann.

Der Fachbeirat begrüßt, dass der AFET zum Einzelfall keine Stellung bezieht. Dies sei eine Angelegenheit, die „von außen“ nicht beurteilt werden könne und auf anderer Ebene (z.B. gerichtlich) zu klären sei. Grundsätzlich sei es zu begrüßen, wenn der AFET die Thematik „Was tun mit den Schwierigsten?“ aufgreift.

In der Diskussion wurden folgende Facetten benannt: (Unzureichende) Qualität der Fachkräfte; schwierige Arbeitsbedingungen der Fachkräfte; mangelnde Bereitschaft von Einrichtungen, die Kinder/Jgdl. aufzunehmen; zu häufige Einrichtungswechsel; zu häufige Bezugspersonenwechsel; Verhaltenstherapie kann sinnvoll sein, insbes. in Kombination mit Bindung zu PädagogInnen - Grenzen der VT sind jedoch zu beachten; insgesamt ist mehr Partizipation nötig: Beziehungsaufbau und „passende“ PädagogInnen (möglichst vom Jgdl. ausgesucht) sind wichtig und zugleich ist dies schwer zu gewährleisten; Kinder- und Jugendhilfe ist nicht gut aufgestellt; „Hilfeplanung oft planlos“, JÄ planen zu viel allein; es gibt gelingende Beispiele von erfolgreicher Arbeit außerhalb der GU; rechtliche Unklarheiten bei Intensivmaßnahmen müssen beseitigt werden.

Ein ganz anderes Thema bestimmte die Diskussion am 2. Tag: Arbeitsmarkt und Fachkräfte in den HzE. Angesichts eines geplanten Projektes des AFET in Zusammenarbeit mit dem Fachbereichstag Soziale Arbeit und dem Forschungsverbund DJI/TU Dortmund wurden folgende Fragen an den Fachbeirat gerichtet:

Wie ist die Situation der Beschäftigten? Welche Auswirkungen haben die Beschäftigungsbedingungen auf das pädagogische Handeln? Welche Auswirkungen hat der Fachkräftemangel/die Qualität der Fachkräfte auf die Ausbildung? Wie gestalten sich Zugänge zur Arbeitswelt? Haben sich die Anforderungen an Fachkräfte verändert?

Der Fachbeirat diskutierte die Fachkräftesituation und gab Anregungen, welche Aspekte erforschenswert sind. Die Vorschläge lassen sich mit folgenden Stichworten umreißen: Ältere ArbeitnehmerInnen; Arbeitszeitmodell; Fluktuation; Übergangsmanagement von der Hochschule in die Praxis; Qualität der Bachelor-Studiengänge; Qualität anderer Ausbildungen, etwa von ErzieherInnen; Wie viele Fachkräfte gehen nach einer Ausbildung in den Beruf?; Vergleichbarkeit der Abschlüsse fehlt (Unüberschaubarkeit); Verhältnis Ehrenamt und Professionelle; Teilzeit – freiwillig oder prekär? u.a.m. 

Neben diesen beiden fachlichen Schwerpunkten gab es Beiträge der AFET-Referentinnen über die Arbeit der Fachausschüsse, die Berichte der Geschäftsführerin über die Arbeitsschwerpunkte des AFET sowie die Diskussion von relevanten Ereignissen aus den Arbeitsfeldern und den Regionen der Fachbeiratsmitglieder.

 


AFET-Fachbeiratssitzung April 2013

14. Kinder- und Jugendbericht, Monitor Hilfen zur Erziehung, Ambulante Hilfen, Weiterentwicklung der HzE….Schwerpunkte der Fachbeiratssitzung vom 11/12.4. in Magdeburg

Die Themen der ersten Fachbeiratssitzung in 2013 waren bestimmt durch zwei aktuell vorliegende Veröffentlichungen: Den Monitor Hilfen zur Erziehung 2012 und durch den 14. Kinder- und Jugendbericht.

Monitor Hilfen zur Erziehung

Frau Sandra Fendrich vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund; Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik referierte zu einigen ausgewählten Aspekten des HzE-Monitors. Im Fokus standen Fallzahlen und Ausgabenentwicklung, Alters- und Geschlechterdifferenzen, Familien in prekären Lagen in den HzE, Regionale Disparitäten, geplante und ungeplante Beendigungen sowie Stand und Entwicklung der Beschäftigtenzahlen (Download des Vortrages).
Einerseits gab es interessante Aspekte, Entwicklungen, Momentaufnahmen mit klaren Befunden und (relativ) leicht erfassbaren Daten (etwa Geschlechterspezifika), gleichzeitig wurden viele statistische Angaben von den Fachbeiratsmitgliedern kritisch hinterfragt. Beispiel HzE-Kosten. Es gibt eine erhebliche Steigerung der Kosten. Das ist unstrittig. Gefragt wurde aber etwa, ob es sich bei der Kostenzunahme um inflationsbereinigte Angaben handelt, ob es Vergleichzahlen gibt, wie stark in anderen Feldern (etwa Schule) die Steigerungsraten sind, ob die Kosten auch pro Einzelfall gestiegen sind, ob es in einzelnen Feldern der HzE besondere Steigerungsraten gibt….Die Fragen zeigten, dass Statistiken immer sehr genau betrachtet werden müssen. Wie vermeidet man den immer wieder gern zitierten Vergleich von Äpfeln mit Birnen? Frau Fendrich hatte auf viele Einwände und Anmerkungen konkrete Antworten; dennoch blieben einige Fragezeichen bestehen. Besonders auffällig waren z.B. die großen Differenzen in den einzelnen Bundesländern, die eine genaue Betrachtung erfordern. Beispielsweise die statistische Erfassung bei ambulanten Hilfen und der Erziehungsberatung.
In Hamburg erfolgt die Abrechnung z.T. nach § 16, so dass in manchen Bezirken keine Fälle von Erziehungsberatung zu finden sind, während andere mehrere hundert Fälle aufweisen. Beispiel Mecklenburg-Vorpommern: Die Statistik weist für Ambulante Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern eine auffallend hohe Inanspruchnahme auf. Dies lässt sich – wie ein Fachbeiratsmitglied erläuterte - dadurch erklären, dass es in diesem Bundesland kaum Erziehungsberatungsangebote gibt und daher alle Erziehungsberatungen unter ambulanten Hilfen subsumiert werden. Es gäbe auch andernorts das Phänomen, das klassische Erziehungsberatungen zu ambulanten Hilfen deklariert werden und umgekehrt, dass ambulante Hilfe als Erziehungsberatung gezählt wird.
Ein letzter Aspekt: Die Zahlen im Monitor beziehen sich auf die in Anspruch genommenen Hilfen, diese beinhalten entsprechend Mehrfachzählungen. Ein Kind/Jgdl. kann z.B. eine Erziehungsberatung wahrgenommen, mehrere ambulanten Hilfen erhalten haben und schließlich in einer stationären Einrichtung aufgenommen worden sein. Diese Mehrfachinanspruchnahme/zählung zu analysieren wäre ein interessanter Aspekt. Der Monitor der Hilfen zur Erziehung war in weiten Teilen Grundlage für den 14. Kinder- und Jugendbericht. Daher stellt sich nicht die Frage, „ob“ man sich mit den Ergebnissen näher befassen sollte, sondern „wie“. Die Daten sind im Umlauf und es gilt damit entsprechend (kritisch) umzugehen.

14. Kinder- und Jugendbericht    

Der 14. Kinder- und Jugendbericht beinhaltet auf seinen über 500 Seiten neben den Zahlenauflistungen und –interpretationen auch allgemeine Entwicklungen, Einschätzungen und vertiefende Analysen. Das Spektrum der Inhalte ist dabei breit gestreut. Herr Gravelmann gab einen Einblick in wesentliche Aspekte und Schwerpunkte des Berichts. Angefangen von der zunehmenden Relevanz öffentlicher Erziehung, über die sich neu stellenden Herausforderungen bis hin zu einzelnen Schwerpunkten, die sich aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen ergeben (z.B. Mediatisierung, Migration). Auch die Sicht der Bundesregierung wurde angesprochen. Detailaspekte mussten zwangsläufig außen vor bleiben. Insgesamt bezeichnete er den Bericht, als eine Fundgrube und als gute Übersicht der Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe und der Hilfen zur Erziehung. Der AFET hat den Bericht an verschiedensten Stellen aufgegriffen und zum Anlass für einen Brief an Parlamentarier genommen, den KJB (u.a. in den Gremien und bei Mitgliedern) präsentiert und ihm auf der Homepage des Verbandes ausführlich Raum eingeräumt (u.a. in Form themenorientierter Powerpointzusammenfassungen).

Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung / JFMK-Konferenz

Die anstehende Jugend- und Familienministerkonferenz hat der Fachbeirat zum Anlass genommen, anhand der vorliegenden Papiere zur JFMK über potentielle Entwicklungen in den HzE zu diskutieren. Ein Teilnehmer formulierte: Mit großartigen Änderungen und Beschlüssen auf der JFMK-Sitzung sei nicht zu rechnen, aber die Debatte seit ein „süßes Gift“, das seine subtile Wirkung entfaltet. Dies sei allerdings nicht nur negativ, es gäbe auch den Effekt, dass durch die Debatte in der Kinder- und Jugendhilfe verstärkt Reflexionen auslöst würden.

Ambulante Hilfen

Es gibt bundesweit eine stark variierende Vertragsvielfalt bei ambulanten Hilfen. Aus diesem Grund hat der AFET seine Mitglieder gebeten, die Vereinbarungen auf der örtlichen Ebene der Geschäftsstelle zuzuschicken. Der Rücklauf war sehr beachtlich. Es ist eine Auswertung der vorliegenden umfangreichen Papiere unter Mithilfe des Fachausschusses Jugendhilferecht und Jugendhilfepolitik vorgesehen, um z.B. Best practice Beispiele identifizieren zu können. Im Fachbeirat wurde die Vielfalt der Vereinbarungen in der Diskussion ebenfalls deutlich. Zum Teil gibt es bei unterschiedlichen Auftraggebern unterschiedliche Abrechnungsmodi, etwa bei der Abrechnung von „Fehlbesuchen“, u.a.m. Problematisiert wurde auch das in einigen Regionen sich verändernde Klima, eine veränderte Zusammenarbeitskultur im Umgang öffentlicher und freier Träger. Es wird z.T. eine Haltung „Auftraggeber – Auftragnehmer“ mit einer Zunahme von Ausschreibungen, Verfeinerungen wenig sinnvoller Controllinginstrumente und ein Wegbrechen einer Haltung von „Verantwortungsgemeinschaften für den Sozialraum“ ausgemacht. Dabei stellte sich auch die Frage, welche Rolle der stattfindende Generationenwechsel dabei spielt. Aus anderen Regionen hingegen kamen Rückmeldungen über eine (weiterhin) positive, konstruktive Zusammenarbeit. Ist das teilweise wahrgenommene problematischer werdende Verhältnis öffentlicher und freier Träger eine Ausnahme oder wird -gerade angesichts der Spardiskussionen- zunehmend ein anderer Stil etabliert? Ein genauerer Blick auf die Thematik erscheint sinnvoll. Neben diesen zentralen Themen hat der AFET-Fachbeirat sich - wie gewohnt - über Entwicklungen aus den Regionen ausgetauscht.


AFET-Fachbeiratssitzung Oktober 2012
Pflegekinderhilfe im Fokus des AFET-Fachbeirates

Die Pflegekinderhilfe – lange Zeit stand das Thema nicht im Fokus. Dies hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Die Arbeit des Kompetenzzentrums Pflegekinderhilfe der Uni Siegen, das 2011 herausgegebene umfassende Handbuch Pflegekinderhilfe des Dt. Jugendinstituts unter Mitwirkung des Dt. Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) im Auftrag des BMFSFJ sowie das Manifest zur Pflegekinderhilfe von der IGFH und dem Kompetenz-Zentrum Pflegekinder von 2010 seien als Beispiele genannt. Der AFET-Fachbeirat hat sich in seiner letzten Sitzung (Okt 2012) mit verschiedenen Facetten des Themas befasst. Der Fall Chantal in Hamburg wurde ebenso thematisiert wie aktuelle Forschungen und Fragestellungen. Als Fachmann war Herr Prof. Dr. Wolf von der Universität Siegen, Forschungsgruppe Pflegekinder, eingeladen. Er stand mit seiner Fachkompetenz den Fachbeiratsmitgliedern zur Information und Diskussion zur Verfügung. Die verschiedensten Facetten, die angesprochen wurden, werden im nachfolgenden Artikel ausführlicher dargestellt.

Herr Prof. Dr. Wolf wird zudem einen Beitrag für den Dialog Erziehungshilfe verfassen, der voraussichtlich in der Sommerausgabe (Juni 2013) erscheint.

Pflegekinderhilfe – das Ende der stiefmütterlichen Behandlung Facetten der aktuellen Debatten 


Schwerpunktthema der AFET-Fachbeiratssitzung Oktober 2011

Sexuelle Gewalt in Institutionen / Diskussion sexualpädagogischer Konzepte

Angeregt durch die Studie des DJI zur sexuellen Gewalt bei Mädchen und Jungen in Institutionen hat auch der AFET-Fachbeirat sich mit diesem Problemfeld befasst. Nach einer Präsentation der wesentlichen Studienergebnisse sollte über einen Input von Frau Bruns-Bachmann, die als Referentin im Bereich der Sexualpädagogik tätig ist, ein anderer Fokus auf die Problematik genommen werden.

Wie kann es gelingen die Kinder in den Einrichtungen und die pädagogischen Fachkräfte zu einem - trotz der Diskussion über sex. Gewalt - angemessenen Umgang mit Sexualität zu kommen?

Sexualität als solches ist in der Kindheit und vor allem der Pubertät von erheblicher Bedeutung. Die PädagogInnen in den Einrichtungen müssen sich diesem Thema stellen und für die Kinder und Jugendlichen AnsprechpartnerInnen sein. Gleichzeitig herrscht - verstärkt durch die Debatte über sexuelle Gewalt - eine große Verunsicherung und eine starke Zurückhaltung bei diesem ohnehin für die meisten Menschen nicht einfach anzusprechendem Thema. Darüber hinaus sind gerade Kinder/Jugendliche in den Einrichtungen der Erziehungshilfe vielfach mit problematischen Erfahrungen sexueller Gewalt konfrontiert (gewesen). Daraus resultierend ist der Umgang der Kinder/Jugendlichen mit Sexualität oft (sehr) problematisch. Die Gewalt der HZE-Kinder/Jugendlichen untereinander ist erschreckend groß. Über 40% der Kinder und Jugendlichen in Heimen berichten von sexueller Gewalt untereinander (Verdachtsfälle in den letzten 3 Jahren).

Diese Gemengelage macht oft ratlos. Dazu kommen Fragen der Aufsichtspflicht, der Nähe-Distanz-Problematik, der unberechtigten Verdächtigungen gegen PädagogInnen etc.

Die engagierten Beiträge im FBR zeigte, wie groß der Diskussionsbedarf ist, wenn es darum geht, beim Thema Sexualität zu einer angemessene Form pädagogischer Interventionen zu kommen. Ein Mitglied brachte es mit folgender zugespitzter Formulierung auf den Punkt:

„Wie soll ich mit einem 13jährigem Mädchen, das aussieht wie eine 16jährige und auf dem Entwicklungsstand einer 10 Jährigen ist, umgehen, wenn diese auf einen 16 Jahre altem Jungen trifft, der von seinen sexuellen Bedürfnissen zwar einem 16jährigen gleicht, aber einen deutlich darunter liegende Stand bei der Persönlichkeitsentwicklung aufzeigt?“

Eine Herangehensweisen mit den gängigen sexualpädagogischen Konzepten- das wurde auch bei dem Input der Referentin deutlich - scheint jedenfalls wenig geeignet.  

Die geplante Fortbildungsoffensive, die auf Initiative des RT sexueller Missbrauch initiiert wurde, kann hilfreich sein. Anträge sind unter http://www.dgfpi.de/ möglich.

Themen der Erziehungshilfe

Die Vielfalt der in der Erziehungshilfe relevanten Themen wurde in der offenen Debatte und in den Beiträgen der AFET-ReferentInnen deutlich. Die Fachausschussthemen Fachleistungsstunden, ambulante Erziehungshilfen, Rahmenverträge, Fachkräftesituation, Wirkungsmessung und Wirkungsorientierung spielten ebenso eine Rolle, wie die Themenfelder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, das Bundeskinderschutzgesetz und die Heimerziehung 50/60er Jahre. Diskutiert wurden zudem die vor Ort relevanten Ereignisse, Erfahrungen, Neuerungen…Zur Sprache kam z.B.  die Belegungssituation ebenso wie der Aspekt der Ombudsschaften, das sog. „A-Länderpapier“ wie die Auswirkungen des Kostendrucks, die ersten Erfahrungen und Konsequenzen aus dem neuen Vormundschaftsgesetz und die Pflegekinderhilfe.


 Fachbeiratssitzung des AFET / April 2011

(Offene) Fragen, Debatten und Informationen 

  • Fachkräftemangel
  • FamFG – Auswirkungen auf die Verfahren zur Kindeswohlgefährdung
  • Junge Flüchtlinge
  • EDV-Erfassung contra Pädagogik? Oder zwei zusammengehörige Komponenten?

Fachkräftemangel

Die Beiträge sowie die Einschätzungen die geäußert werden, sind vielfältig und variieren stark.

  • Gibt es einen Fachkräftemangel oder (noch) nicht? Oder nur in bestimmten Regionen? Oder nur in bestimmten Arbeitsfeldern?
  • Führt ein Fachkräftemangel zu mehr Wechselbereitschaft der PädagogInnen?
  •  Ist die Zahl der Mitarbeitenden in den Hilfen zur Erziehung tatsächlich gesunken oder ist die verminderte MA-Zahl in Erziehungshilfeeinrichtungen eine Folge von zunehmender Selbstständigkeit von Fachkräften? Ist diese Selbstständigkeit als prekär zu beurteilen oder ist sie freiwillig gewählt und entspricht dem Bedürfnis der Fachkräfte (z.B. Aspekte flexibler Arbeitszeiten)?
  • Hat sich die Ausbildung von sozialen Fachkräften durch die Bachelor- und Masterstudiengänge verschlechtert? Oder ist sie im Gegenteil sogar besser geworden, da mehr Lerninhalte verbindlich sind und mehr konkrete Inhalte vermittelt werden?
  • Oder lässt ein „verschultes“ Studium keinen/zu wenig Spielraum für die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden etwa durch politische Arbeit, freies Lernen etc..
  • Was bedeutet der „Flickenteppich“ der mannigfaltigen Ausbildungswege,- zertifikate,- und -abschlüsse für die Praxis? (z.B. in Bezug auf das Fachkräftegebot, die Entgelthöhe, Nachqualifizierungsnotwendigkeiten)
  • Ist die Klage über die (unzureichende) Qualifikation der Fachkräfte tatsächlich von neuer Qualität oder gab es nicht schon immer die Diskrepanz zwischen Ausbildung und Praxis?
  • Wie wirkt sich das fehlende Anerkennungsjahr aus? Wie handhaben die FHS es mit dem Praxisanteil in der Ausbildung? (Die Regelungen sind dabei ausgesprochen unterschiedlich)
  • Ist das politische wie fachliche sozialarbeiterische Selbstverständnis von „alten“ Fachkräften und neu qualifizierten jungen Fachkräften so stark divergierend, dass eine Kooperation erschwert ist oder ist das (oft) unterschiedliche Selbstverständnis produktiv?
  • Die Altersstruktur der Berufseinsteiger hat sich verschoben. Die AbsolventInnen werden immer jünger (kürzeres Abitur, kürzeres Studium, kürzere Bundeswehr/Zivildienstzeit). Was bedeutet dies für die Praxis?

Die vielfältigen Anregungen und Diskussionspunkte nehmen die AFET-Fachausschüsse mit und lassen sie in ihre Arbeit einfließen.

FamFG – Auswirkungen auf die Verfahren zur Kindeswohlgefährdung

Seit einem Jahr ist das neue FamFG in Kraft (Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit). Ein Grund für den AFET nachzuhaken, inwieweit das neue Gesetz zu Veränderungen in Bezug auf Verfahren bei Kindeswohlgefährdung geführt hat. Ist die intendierte Kooperation zwischen der Jugendhilfe mit den Familienrichtern zustande gekommen? Wie ist der Stand in der Bundesrepublik? Gibt es generalisierbare Erfahrungen oder gestaltet sich die Umsetzung vor Ort jeweils anders?

Der Austausch brachte eher ernüchternde Ergebnisse. Es wurde von den Anwesenden konstatiert, dass die Initiativen für eine Kooperation ausschließlich von Seiten der Jugendhilfe ausgehen. Die Resonanz der Richter auf diese Kooperationsangebote sei zudem gering. Zwar gäbe es engagierte Einzelpersonen in der Richterschaft, aber ein grundsätzlich anderer Umgang mit der Jugendhilfe seit Einführung des FamFG sei kaum feststellbar. Die Jugendhilfe ihrerseits verhalte sich zu zurückhaltend in den anstehenden Verfahren zur Kindeswohlgefährdung. Ein selbstbewusst(er)es Auftreten sei nötig. Ein Richter sei es gewohnt, fordernden und sich positionierenden Personen (Anwälten, Staatsanwälten etc.) gegenüberzustehen. Diese Rolle müsse die Jugendhilfe erst erlernen. Gegebenenfalls muss die Jugendhilfe Beweisanträge stellen, auch wenn dies zu Kostenbescheiden für die Jugendämter führen kann. Ein Problem sei, dass die Jugendhilfe diskursives Aushandeln gewohnt ist; sie muss lernen sich klarer zu positionieren und Beteiligung einfordern. Die Richterschaft hingegen hat eine klare (Einzel)-Entscheidung zu treffen. Für die richterliche Entscheidung wird Unterstützung durch die Jugendhilfe gewünscht, jedoch im Sinne von Entscheidungshilfe, nicht im Sinne von Mitbestimmung. Die richterliche Unabhängigkeit ist ein zentraler Wert, der in der Ausbildung, im Alltag und im Selbstverständnis eines Richters einen zentralen Stellenwert einnimmt. Zudem können Richter mit „übergeordneten“ Gremien (etwa einer AG mit der Jugendhilfe) „wenig anfangen“, da sie es gewohnt sind, einzelfallabhängig zu agieren.

Die Verfahren bei Kindeswohlgefährdung liegen zudem „quer“ zu allen anderen Verfahren, da die Richter Informationen erfragen und erforschen müssen, während sie sonst nur auf gestellte, schriftliche Anträge reagieren müssen/dürfen. Dies erfordere eine Verhaltens- und Sichtänderung der Richter. Dies gestaltet sich nicht immer einfach, zumal die Verfahren zur Kindeswohlgefährdung nur einen kleinen Bruchteil der sonstigen FamFG-Verfahren ausmachen.

Grundsätzlich besteht die Hoffnung (und erste Anzeichen sind auch erkennbar), dass das FamFG letztlich zu positiven Veränderungen in der Kooperation führt.

Hingewiesen sei an dieser Stelle auf einige Veröffentlichungen:

  • „Situation, Perspektiven und Entwicklungsbedarf verlässlicher Qualitätsstandards und klarer Rollengestaltung im familiengerichtlichen Verfahren im Kinderschutz“, ein Positionspapier, welches vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. entwickelt wurde. Das Positionspapier kann gegen Übernahme der Portokosten bei m.oberlaender@dijuf.de bestellt werden. 
  • Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE) hat ein Buch herausgegeben. Titel: „Das Kind im Mittelpunkt. Das FamFG in der Praxis“
  • Zudem verweist der AFET auf die Fachveranstaltung, die er zusammen mit dem Dt. Familiengerichtstag am 15.11.2010 abhielt. Eine Veröffentlichung wird im Frühjahr 2011 erscheinen. Einen ersten Eindruck der Tagung finden Sie hier.

Junge kriminelle Flüchtlinge

In Berlin und Hamburg ist die Jugendhilfe mit Kinder/Jugendlichen/jungen Erwachsenen konfrontiert, die gezielt von ihren Eltern oder kriminellen Clans in die Städte geschickt werden, sich dort als Kinder/Jugendliche ausgeben und an die Jugendhilfe wenden. Die Situation wird genutzt, um Straftaten zu begehen.
Die Altersfeststellung gestaltet sich schwierig. In einem Clearingverfahren (Inaugenscheinnahme sowie Gespräch mit Dolmetscherbegleitung) wird ein Eindruck gewonnen, ob die Altersangaben stimmig sind. Zum Teil werden Zahnuntersuchungen und ärztliche Untersuchungen veranlasst. Röntgenaufnahmen sind nicht ohne weiteres möglich (diese Maßnahme wird von der Justiz bei einem Strafverfahren eingesetzt).
In Berlin sind einige jugendliche Flüchtlinge beim Drogendealen festgenommen worden, was zu großen medialen Schlagzeilen führte und zu Reaktionen der Politik. Letztlich stellte sich heraus, dass die gemachten Altersangaben um bis zu 10 Jahre differierten. Somit waren diese „Kinder“, die sich an die Jugendhilfe gewandt hatten, ohne deren Hilfssystem tatsächlich als Hilfe suchende junge Menschen für sich in Anspruch nehmen zu wollen, junge Erwachsene. Es handelt sich zwar um eine kleine Gruppe unter der zunehmenden Anzahl Hilfe suchender minderjähriger Kinder/Jugendlicher, aber auf diese Problematik muss eine Reaktion erfolgen. Doch wie kann die Jugendhilfe auf derartige Fälle reagieren?

  • Welchen Eindruck hinterlässt die Jugendhilfe in der Öffentlichkeit/bei der Politik/bei den Schleusern angesichts der erlebten/gefühlten Ohnmacht?
  • Sind diese Fälle vereinzelt oder ein größeres Problem? Können wir von Nachbarstaaten (England, Frankreich) lernen, die mit dem Problem schon länger konfrontiert sind?
  • Ist das Problem überhaupt ein neues Phänomen? (Ähnliche Fälle gab es auch in den Jahren zuvor.)
  • Die Einrichtungen weigern sich diese Jugendlichen aufzunehmen. Wie ist damit umzugehen? Wie kann ein Zugang zu den Jugendlichen gefunden werden? Schließlich befinden sie sich (zumindest zum Teil) in einer unfreiwilligen Zwangssituation.
  • Wie kann verhindert werden, dass diese Problematik zu einer Gefährdung anderer Kinder/Jugendliche der Jugendhilfe führt?
  • Sind geschlossene Unterbringungsformen eine Lösung oder keine sinnvolle Perspektive, zumal mit entsprechenden Reaktionen der Schleuser/Clans zu rechnen ist?

Die Jugendhilfe muss eine Lösung (mit)erarbeiten. Kein leichtes Unterfangen, aber „die Jugendhilfe wurde immer wieder vor neue und schwierige Herausforderungen gestellt, die sie zu meistern gelernt hat!“ (Zitat eines Teilnehmers). Wie dies in diesen speziellen Fällen gelingen kann, ist noch nicht absehbar. Das Bundesland Berlin ist mit der Problematik in verschiedenen Arbeitsgruppen befasst. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

Zur Information zum Thema junge Flüchtlinge: Homepage des Bundesfachverbandes Unbegleitete Minderjähriger Flüchtlinge: www.b-umf.de

EDV-Erfassung contra Pädagogik? Oder zwei zusammengehörige Komponenten?

Das Interesse, über die teuren Angebote der Hilfen zur Erziehung detailliertere Informationen zu erhalten, ist ein legitimes Anliegen der BürgerInnen sowie der PolitikerInnen. Das ist gerade angesichts der knappen Haushaltskassen unbestritten. Ein Versuch, diesem Bedürfnis zu entsprechen, sind diverse computergestützte Systeme, mit deren Hilfen die Prozesse überschaubar und nachvollziehbar gemacht werden sollen. Immer mehr Städte greifen auf derartige Programme zurück. Auch in den Studiengängen (so etwa an der Fachhochschule Münster) werden die Studierenden darauf vorbereitet.

Wie ist mit dem Bedürfnis nach Transparenz umzugehen? Wie kann die Erziehungshilfe dem entsprechen? Sind die EDV-Programme dazu geeignet? Schaden sie den pädagogischen Ansätzen? Diese Fragen wurden kontrovers diskutiert.
Als Argumente gegen einen (zunehmenden) EDV-Einsatz wurden genannt:

  • Die EDV bestimmt den Verlauf der Prozesse, die ASD Mitarbeitenden verlieren immer mehr den Kontakt zum realen Fall.
  • Casemanageraufgaben allein empfinden die ASD-MitarbeiterInnen als unbefriedigend;
  • Der Finanzaspekt bestimmt die pädagogischen Entscheidung noch mehr als bisher; die Entscheidungen werden sich nach dem im System vorgegebenen Angeboten richten, nicht nach der Notwendigkeit; innovative Prozesse werden blockiert;
  • Die Träger sind schon jetzt mit einer Vielzahl von EDV-Erfassungssystem konfrontiert und (über?)gefordert.

Für die (verstärkte) EDV-Nutzung wurde eingebracht:

  • Das Interesse der Geldgeber ist nachvollziehbar. Ein anderer Nachweis gestaltet sich schwierig(er). Jugendhilfe kommt in Zeiten von Geldknappheit nicht umhin, ihre finanziellen Bedarfe genauer zu dokumentieren und zu legitimieren.
  • Die Aktenführung war bislang in vielen Fällen schlecht bis katastrophal, so dass eine Vertretung oder Übergabe sich oft schwierig gestaltete. Die EDV ist in diesem Punkt sehr hilfreich.
  • Eine Weitergabe auch an Kooperationspartner oder etwa die wirtschaftliche Jugendhilfe ist schnell möglich.
  • Die Arbeitsgeschwindigkeit wird verbessert, da alle relevanten Daten im EDV-System hinterlegt sind.
  • Eine Kontrolle der geleisteten Arbeit ist möglich. Was ist z.B. in Bezug auf den Kinderschutz geschehen?

Das Thema soll durch den AFET weiter verfolgt werden. Ggfs. werden diese Fragestellungen auch im AFET-Vorstand aufgegriffen und vertieft.


Spannende Inhalte prägten die 1. Fachbeiratssitzung in 2010

Austausch
Interessant und anregend waren wie immer die sehr vielfältigen Beiträge der Fachbeiratsmitglieder zu Themen, die in Ihrem Umfeld relevant sind.
Das Spektrum der Beiträge reichte u.a. von den Frühen Hilfen, über Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen, Individualpädagogischen Maßnahmen, dem Thema Ehrenamt/Fachkräfte bis hin zu U-Haftvermeidung. Weiterhin ging es z.B. um die Leistungs- Entgelt- und Qualitätsvereinbarungen, die Kooperation von Jugendämtern und freien Trägern, die Haushaltskonsolidierungen in ihren Auswirkungen auf die Jugendhilfe sowie die Unterbringung behinderter Kinder in Pflegefamilien. Das Kinderschutzgesetz, das FamFG und Ombudsstellen u.v.a.m. waren darüber hinaus Themen der Sitzung.

„Große Lösung“
In der 1. Fachbeiratssitzung dieses Jahres wurde inhaltlich das Thema „Große Lösung“ intensiver behandelt.
Hinter der Überschrift „Große Lösung“ verbirgt sich das Anliegen, behinderten Kindern und Jugendlichen im Sinne der Inklusion eine gleichberechtigte Teilhabe an allen sozialen, kulturellen und materiellen Möglichkeiten der Gesellschaft zu eröffnen.
Zurzeit werden behinderte Kinder, Jugendliche und ihre Eltern von den Sozialhilfeträgern im Rahmen des SGB XII versorgt und sind nicht -wie alle anderen Kinder/Jugendlichen- dem SGB VIII zugeordnet. Lediglich Kinder/Jugendliche mit seelischer Behinderung fallen gemäß § 35a in die Zuständigkeit der Jugendhilfe. Dabei gab und gibt es immer wieder Probleme an den Schnittstellen, insbesondere bei der Abgrenzung von „seelischer Behinderung“ und „erzieherischem Bedarf“ sowie Finanzierungsfragen.

Die generelle Zuständigkeit der Jugendhilfe für alle Kinder/Jugendlichen (auch die körperlich und geistig Behinderten) ist durch die UN-Behindertenrechtskonvention (wieder) auf die politische Agenda gesetzt worden und wird zur Zeit auf verschiedenen politischen Ebenen diskutiert. Ebenso gibt es in der Verbändelandschaft zunehmende Aktivitäten. Auch der AFET wird sich in die Diskussion einschalten.

Fachvortrag
Frau Permien vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) referierte zur Thematik, stellte kritische Punkte einer „Großen Lösung“ ebenso dar wie positive Auswirkungen. Ihr Beitrag stieß auf großes Interesse und wird ebenso wie die Diskussionsbeiträge der Fachbeiratsmitglieder in die Arbeit der AFET-AG „Große Lösung“ einfließen, die auf Initiative des AFET-Vorstandes zum Jahresanfang gegründet worden ist.

Den Beitrag von Frau Permien vom DJI finden Sie hier zum downloaden.


In der AFET-Fachbeiratssitzung am 03/04.12.2009 in Hannover wurde u. a. Folgendes diskutiert:

Wirkfaktoren für gelingende Hilfeprozesse
Mit dem Bundesmodellprogramm „Wirkungsorientierte Jugendhilfe“ hat sich der AFET bereits auseinandergesetzt. Im Fachbeirat wurde die Thematik weiter verfolgt. Herr Polutta, Mitwirkender an dem Projekt, seinerzeit Uni Bielefeld, informierte die Mitglieder des Fachbeirates über die Studie „Wirkfaktoren für gelingende Hilfsprozesse“. Die Erkenntnisse der Forschung sollten offensiv von den Einrichtungen und den Fachkräften der Erziehungshilfe genutzt werden, um deutlich zu machen, dass die Erziehungshilfe mit ihren bisher angewandten Methoden bereits positive Wirkungen erzielt. Dabei sollte herausgestellt werden, wie diese Wirkungen erzielt werden und welche Wirkfaktoren besonders relevant sind. Es gilt, diese Prozesse (insbesondere Partizipation der Kinder und Jugendlichen am Hilfeplanprozess, Freiwilligkeit, planvolle Kooperation der beteiligten Personen und Einrichtungen, enge Absprachen der Beteiligten am Hilfeprozess) zu optimieren, um die Hilfeangebote noch erfolgreicher gestalten zu können. Weniger erfolgreiche Strategien, etwa ein Bonus-Malus-System, sollten entsprechend benannt werden, damit sinnvollere Herangehensweisen in den Vordergrund gerückt werden können.
Hier finden Sie die Ergebnisse der Evaluation des Bundesmodellprogramms Wirkungsorientierte Jugendhilfe der Universität Bielefeld

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