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Aus dem AFET

Expertengespräch „Gesundes Aufwachsen in Familien mit psychisch kranken Eltern“

Am 30. September 2013 fand in Hannover ein Expertengespräch zum Thema „Gesundes Aufwachsen in Familien mit psychisch kranken Eltern“ statt.

Die Veranstalter waren der AFET – Bundesverband für Erziehungshilfe, der Dachverband Gemeindepsychiatrie und das Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen.

Das Expertengespräch richtete sich an geladene Dachverbände und VertreterInnen der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens (ErwachsenenpsychiaterInnen, Kinder- und JugendpsychiaterInnen, PädiaterInnen, PsychotherapeutInnen, Familienhebammen) und anderer Disziplinen.
Gegenwärtige Diskussionen auf der Bundesebene betonen die hohe Aktualität dieses Themas und einen dringenden Handlungsbedarf bezüglich:

  • des verbesserten Zusammenwirkens von Leistungen nach dem SGB VIII mit Leistungen nach anderen SGB (JFMK-Sitzung am 06./07.06.2013)
  • der systematischen Überprüfung der gegenseitigen gesetzlichen Kooperationsverpflichtungen zwischen der Kinder- und Jugendhilfe (§ 81 SGB VIII) und den anderen gesellschaftlichen Akteuren (14.KJB, 2013:417)
  • der Koppelung der Hilfen an die integrierte Versorgung
  • des Nutzens von Komplexleistungen (wie z.B. das persönliche Budget)
  • des Aufbaus ambulanter sozialräumlicher Netzwerke für psychisch erkrankte Menschen und ihre Familien
  • der vernetzten Hilfen und Versorgung, die flächendeckend angeboten werden sollten (Stellungnahme der Kinderkommission des Deutschen Bundestages vom 4.06.2013) 

Diese Beispiele und Forderungen verdeutlichen den Bedarf, eine bundesweit einheitliche (gesetzliche) Regelung für die Hilfen für Familien mit psychisch kranken Eltern zu finden.
Die Veranstalter des Expertengesprächs knüpften an den aktuellen Diskussionspunkten an und richteten den Fokus auf die Möglichkeiten und Grenzen von kooperativen Hilfen aus Sicht der jeweiligen Disziplin.

Nach dem Eingangsvortrag von Prof. Dr. Albert Lenz zur Komplexität der Lebenslagen von Kindern psychisch kranker Eltern und daraus resultierenden kombinierten Hilfen folgte eine Diskussionsrunde.


Die spannenden Fragen waren:

  1. Welche Hilfen können den betroffenen Familien angeboten werden?
  2. Über welche SGBs werden sie finanziert?
  3. Welche Möglichkeiten und Grenzen bestehen für die jeweiligen Hilfe- und Versorgungsformen, wenn es um ein kooperatives Angebot für die gesamten Familien geht?

Den größten Handlungsbedarf sahen die ExpertInnen bei der Gestaltung komplexer Hilfeangebote und Finanzierung von kooperativen Hilfensowie ihrer Koordinierung.

Über diesen Handlungsbedarf wird der AFET gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern die neue Bundesregierung informieren und auf die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung hinweisen.

Dokumentation des Expertengesprächs

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